Wer ich bin

 

"Ich bin ein echter Mitteleuropäer, Jahrgang 1939!" sage ich oft von mir selbst.

   

Begründung:

Mein Vater und Großvater wurden in Ungarn geboren,

meine älteren Geschwister in Österreich

und ich selbst in Deutschland.

Aber das Verwunderliche daran ist: Wir sind alle im gleichen Haus geboren!

Das ist kein Romawagen (früher nannte man so etwas "Zigneuerwagen"), sondern ein solides Bauernhaus

aus luftgetrockneten Lehmziegeln im tiefsten Seewinkel (eben in Pannonien).

Die hohe Politik bestimmte einfach, welchem Staat wir jeweils anzughören hatten.

 

Die Liebe zum Holz weckte in mir mein Großvater,

der als Bauer an der Hobelbank erstaunlich gut war.

Später als Lehrer, der ich inzwischen geworden war, versuchte ich die Liebe zum Holz an meine Schüler weiterzugeben.

30 Jahre hatte ich dazu Zeit,

denn so lange unterrichtete ich Werkerziehung.

Ich glaube, mein Vorhaben ist mir gelungen, denn etliche meiner Schüler sind nun tüchtige Tischler.

 

Zum Glück hatte ich die Möglichkeit, mich punkto Holz fachlich weiterzubilden.

Nur eines störte mich: Ich konnte nicht drechseln.

Nur allzugern hätte ich in unsere Arbeiten, gedrechselte Teile eingefügt.

Als das WIFI-Burgenland Drechselkurse anbot,

ergriff ich sofort diese Möglichkeit.

Von diesem Moment an war es um mich geschehen, die Infektion war eine totale,

und ich möchte davon nicht wieder genesen.

 

Unser Drechslermeister - Herr Baumann - meinte immer wieder,

das Holz sage uns schon, wie es behandelt werden wolle.

Mir sagt es, dass es manchmal seine Bekleidung (sprich: Rinde) behalten wolle

und dass selbst beachtliche Löcher und Risse seine Schönheit nur noch steigern würden.

Es halte nichts von "dick aufgetragener Schminke" .

Ich höre dem Holz gerne zu und versuche, seine Wünsche in die Tat umzusetzen.

Das Ergebnis können Sie in der Galerie sehen.